Evang.-Luth. Kirche Rosenheim

Jakob zog seinen Weg und es begegneten ihm die Engel Gottes

Pfarrerin Rosemarie Rother

Jakob zog seinen Weg und es begegneten ihm die Engel Gottes.
1. Buch Mose, Kapitel 32, Vers 2

Ich fände schön, wenn dieses Bibelwort in unserer Gemeinde, in unserem Zusammenleben Wirklichkeit werden könnte, wenn wir alle versuchen, einander zu Engeln zu werden und wenn wir offen bleiben, wahrzunehmen, wo uns Engel Gottes im Alltag begegnen – mit oder ohne Flügel.

Auch wenn gerade das „normale“ Gemeindeleben und die Gottesdienste nicht möglich sind, wo wir uns begegnen und austauschen können, was sehr schade ist, und nun auch noch unser soziales Leben stark eingeschränkt wurde durch die Ausgangsbeschränkungen, so können wir aber doch versuchen, uns gegenseitig zu helfen und füreinander da zu sein, indem wir miteinander telefonieren und uns nach dem anderen erkundigen, ob jemand etwas nötig hat.

Wir können füreinander beten, für das Land, die Welt. Gebetsanregungen dazu finden Sie auf unserer Homepage und in unseren Kirchen. Morgens, mittags oder abends, wenn die Kirchenglocken zum Gebet rufen ist z.B. eine gute Gelegenheit, sich mit vielen anderen in Gottes Geist zu verbinden und miteinander zu beten, auch wenn dies jeder persönlich in seinem Zuhause oder auf der Arbeit tut.

Wer mag, kann auch abends zum Gebet und danach eine Kerze ins Fenster stellen, als Zeichen der Solidarität und Hoffnung, dass wir miteinander verbunden sind.

Einander zu Engeln werden gerade auch die vielen Menschen, die für andere Dienst tun im medizinischen Bereich, in Supermärkten, im Handwerk und die Einsatzkräfte bei Polizei und Feuerwehr, bei der Bunderwehr, usw. Wenn Sie das nächste mal jemanden begegnen, dann schenken Sie Ihnen ein Lächeln und ein Dankeschön.

Engel sein können wir auch, indem wir alle, wirklich alle, egal ob jung oder alt, unseren Teil dazu tun, dass dieser Virus sich nicht weiterhin so schnell ausbreitet, indem wir die Anweisungen befolgen, unsere Sozialkontakte zu reduzieren, wo es möglich ist. Es ist unsolidarisch, wenn manche immer noch meinen, sie könnten ihr Freizeitverhalten ungehindert ausleben, Coronapartys feiern, in großen Gruppen gemütlich am See grillen, während andere bis an die Grenzen ihrer Kraft gehen, um die Krise zu bewältigen. Nächstenliebe ganz praktisch heißt hier wirklich, Rücksicht aufeinander nehmen und füreinander einstehen.

Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, damit er dich behüte auf dem Weg.
1. Buch Mose, Kapitel 23, Vers 20a

Dies wünsche ich Ihnen von Herzen in diesen ungewissen Zeiten.
Bleiben Sie wachsam, wo Ihnen die Engel begegnen und wo sich Ihnen Gelegenheiten bieten, selbst zum Engel zu werden.

Gerne können Sie die Andacht auch anhören…

Ihre Pfarrerin Rosemarie Rother

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